Beauceron

 

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Berger de Beauce

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Aias will kein Rettungshund sein...



Seit Aias 9 Wochen alt war, wurde er auf die Rettungshundearbeit vorbereitet. Anfangs war er nur die zweite Geige neben Aaron, der schon geprüft war und auch schon in Einsätzen gewesen ist. So kam es wohl dazu, dass Aias in der Ausbildung etwas vernachlässigt wurde, vor Allem, da er nicht so gut Ansätze zeigte, wie Aaron. Aias hatte nie richtig Interesse bei den Eigensuchen (den Hundeführer suchen), obwohl er eine recht gute Bindung zu mir hat. Er veranstaltete ein Mordsspektakel, wenn ich außer Sicht ging, aber wenn er zur Suche geschickt wurde, fand er mich, aber ich war dann uninteressant. Genauso lief es dann auch bei den Anzeigen bei den Staffelmitgliedern, er fand sie, aber dann verlor sich sein Interesse. Meist war er dann auch so schnell wieder auf und davon, dass kein Helfer so schnell eingreifen konnte. Auch die Umstellung auf Spielzeug brachte nicht den gewünschten Effekt. Er wollte sein Spielzeug zwar haben, bekam es auch...meist auf seine spezielle Art und Weise, in dem er es dem etwas unachtsamen Helfer einfach aus der Hand riss. Wieder bringen? Pustekuchen...da war nichts zu machen. Auf Tauschangebote reagierte das Kerlchen auf seine eigene Art und Weise, in dem er das eroberte Spielzeug einfach fallen ließ und sich das Neue holen wollte. Wenn ein Helfer sich mal nicht von ihm überlisten ließ, und er das Spielzeug dann bekam, hing der arme Helfer dann am anderen Ende der Strippe und wurde wie eine Gliederpuppe durch den Wald gezergelt. Zurückspielen? Auch unmöglich, da Aias mit seinen Helfern ziemlich gnadenlos zu Werke ging, wobei der Helfer dann meist mangels Kraft oder durch Nachschnappen von Aias in den Teil des Spielzeugs, den der arme Helfer in der Hand hielt, aufgeben musste, um nicht einen Teil seiner Finger einzubüßen.

Also wieder ein neuer Versuch...supertolle Leckerchen...da wurde so Einiges aufgefahren. Schnitzel, Frikadelle, Würstchen, Leberkekse, Lunge, frische Hähnchenherzen.... Tolle Sache, dachte sich Aias....durch extra Sonderübungseinheiten mit einigen wenigen Hundeführern besserte sich dann sein Anzeigeverhalten auf kurzen Suchen. Auch löste er sich weit von mir und er kam nicht mehr so oft zurück, um mich um Rat zu fragen. Er ließ sich weit schicken, meist auch dorthin, wo ich ihn hinhaben wollte. Mittlerweile lief er so weit von mir weg, dass ich ihn nicht mehr sehen oder hören konnte. So stellte ich ihn auf Kenndecke mit Glöckchen um. Bei Bimmeln der Glöckchen schien er aufzudrehen, dass er nun endlich Suchen konnte....beim Lösen des Halsbandes war er so schnell verschwunden, dass nur noch eine Staubwolke zu sehen war.... Und so erkannten wir das nächste Problem: Er hatte die Kondition für dieses Tempo nicht. Er verheizt sich selber, auch durch Training verbesserte sich dieses Problem einfach nicht. Bremsen war unmöglich, da er so aus dem Trieb genommen wurde, wo ich doch gerade froh war, dass wir diesen Trieb überhaupt erst zustande gebracht hatten.





Allerdings kam ein weiters Problem zutage...die Helfer, die für Aias die Nachhilfestunden zusätzlich im Wald verbracht hatten, zeigte er dann relativ Problemlos an, allerdings, je weiter ich von ihm entfernt war, um so unsicherer wurde die Anzeige. Wenn er mich nicht hören konnte, unterbrach er die Anzeige, um zu gucken, wo ich blieb, oder lauschte auf meine Schritte. Er verließ den Helfer zwar nicht mehr, aber manchmal kam auch eine ganze Weile überhaupt kein Bellen. Also wieder einen Schritt zurück und es wurde an der Anzeige gearbeitet. So klappte es dann einigermaßen, aber die ganze Sache ließ zu wünschen übrig. Trotzdem schaffte Aias im April 2005 die Vorprüfungen in der Fläche und in den Trümmern. Die Suchen an sich waren für mich in Ordnung, aber das alte Problem der schlechten Anzeigen trat dort auch wieder auf.

Ende April 2005 bestand Aias dann auch die Hauptprüfung in den Trümmern, aber auch dort wurde sein schlechtes Anzeigeverhalten bemängelt, weswegen er auch die Prüfung nur gerade so schaffte. Zugleich war Aias nie ein sicherer Trümmersuchhund, da er oft arge Schwierigkeiten auf wackeligem Untergrund hatte. Ich beschloss also, ihn nicht weiter in der Trümmersuche zu trainieren, sondern weiter die Flächensuche zu verfestigen. Die Flächensuche hatte Aias an diesem Tag dann leider nicht bestanden, da seine schlechte Kraftaufteilung ihm und mir einen Strich durch die Rechnung machte. Nach der Hälfte der Fläche habe ich die Prüfung abgebrochen, da er einfach nicht mehr konnte.



So trainierten und übten wir weiter, Anzeigen auf Sicht, Anzeigen in weiterer Entfernung, Anzeigen außer Sicht. Mehr schlecht als recht, immer noch wurden die Anzeigen schlechter, wenn ich weiter weg war. Gleichzeitig bemerkten einige Hundeführer, dass Aias trotz seines hohen Tempos viele Strecken mit der Nase am Boden absuchte. Mich wunderte es nur immer wieder, wie er es schaffte, in dem Tempo die Nase unten zu halten, ohne gegen den nächsten Baum zu rennen.

Im Dezember 2005 schaffte Aias gerade so die Flächenhauptprüfung. Wieder wurde sein Anzeigeverhalten bemängelt, die Kondition ließ so stark nach, dass die Prüfung fast abgebrochen wurde, weil er sich kaum noch zum Weitersuchen motivieren ließ. Enttäuschung überkam mich, soviel Arbeit und Energie haben Aias und ich in die Arbeit gesteckt, aber es will und will einfach nicht besser werden. Uns Allen gingen die Ideen aus, was man noch alles versuchen könnte.

In mir kam die Überlegung auf, Aias einfach Aias sein zu lassen und die Rettungshundearbeit mit ihm abzubrechen. Allerdings stießen diese Überlegungen nicht überall auf Verständnis, man könnte doch noch probieren, Neues versuchen, man hätte ja noch nicht alles versucht. So ließ ich mich überreden, aber wohl fühlte ich mich dabei nicht, schien Aias nicht wirklich damit glücklich zu sein. Aber es musste so sein, weil er so manchen Blödsinn ziemlich schnell erlernte. So konnte er innerhalb eines Tages eine Verbeugung oder mit der Pfote winken....aber Verbellen, das konnte er einfach nicht.....



Mir wurde zunehmend klar, dass das Anzeigeproblem möglicherweise an Aias' Unsicherheit selber liegen könnte. War er doch schon immer ein eher unsicherer Hund, niemals so richtig selbstbewusst. So lange ich da war, war für ihn die Welt in Ordnung, war ich nicht da, wurde er unsicher und er verbellte nicht mehr oder strafte den Helfer mit Desinteresse. Zwar wurde mir berichtet, Aias würde bei anderen HF, die mit ihm arbeiteten (als ich im Krankenhaus war), ganz anders arbeiten und diese Fehler nicht machen. Wieder kamen Zweifel in mir auf, ob er und ich als Team für diese Arbeit überhaupt geeignet waren. An mir allein konnte es nicht liegen, soviel ist mir klar. Hatte ich doch vorher schon zwei Hunde erfolgreich als Rettungshund ausgebildet. Also konnte es durchaus an der Konstellation von ihm und mir liegen.

Mittlerweile hatten weder er noch ich wirklich Freude an der Ausbildung, schließlich übten wir ja nicht nur zum Spaß, sondern für den Ernstfall. Was sollte ich also tun? So ging es jedenfalls nicht weiter, beschloss für mich....wenn Aias nicht will, braucht er kein Rettungshund werden....und ich übe nur noch zum Spaß mit ihm. So kann ich wenigstens den anderen HF noch als Helfer zur Verfügung stehen.

Wie aber beschäftige ich Aias nun? Das er etwas zu tun haben möchte, wurde mir klar, als ich im Frühjahr für 5 Wochen krank war und mich kaum bewegen konnte. Die kurzen Spaziergänge, zu denen ich in der Lage war, befriedigten ihn nicht wirklich. Auch dann nicht, als Aias sich Ende Mai beim Spielen einen Zeh brach. Trotz 6 Wochen Stützverband und teilweise auf drei Beinen wollte er Action haben, ihn zu bremsen war nicht gerade einfach.

Als er und ich dann Ende Juni so einigermaßen wieder auf den Beinen waren, haben wir ganz normal mit dem Üben angefangen, aber auch die Pause hatte für Aias keine Besserung gebracht. Mal klappten die Anzeigen, dann wieder nicht. Und ich dachte wieder an Aufhören.

Wie es weiter geht....
 
   

   © 2007 by Manuela Schmidt •  mailto: manuela at berger-de-beauce dot net