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Berger de Beauce

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Aias' neue Aufgabe - Mantrailing, eine neue Herausforderung?



Meine Freundin Silvia bat mich dann mit ihrem Spitz um Hilfe. Sie suchte ebenfalls eine Beschäftigung für ihren Hund, der aus einer Tötungsstation in der Slowakei kam. Da er aber ein ehemaliger Straßenhund war, ging Freilauf schon mal gar nicht. Im Haus ein herzensguter, anhänglicher Hund, draußen mutierte er zum selbstbewussten Freigänger, dem jegliche Menschen somit völlig wurscht sind. Obwohl als Spitz völlig untypisch, zeigt er ausgeprägtes Jagdverhalten. Kilometerweite Fahrradtouren lassen ihn unbeeindruckt, sodass meine Freundin im Hause und im Garten kleine Futtersuchspiele veranstaltete. So kam es, dass sie auf Erzählungen einer ihrer Bekannten, die mit ihrem Finnenspitz die Spurensuche angefangen hatte, dieses ebenfalls versuchen wollte, um ihren Hund auszulasten.


Hafny wird auf die Suche eingestimmt

So beschafften wir uns Material, stöberten auf Internetseiten und Büchern, um uns zu informieren. Hier eine der sehr informativen Seiten: Mantrailing-Mania

Ende Juni trafen wir uns, um es dann das erste Mal selber zu versuchen. Geschirr und lange Leine, Leckerchen und Geruchsträger (T-Shirt in einem Gefrierbeutel) im Gepäck, trafen wir uns in unserem ehemaligem Spaziergangsgebiet. Waldboden schien uns für den ersten Anfang am Einfachsten zu sein. Da Aias es gewöhnt war, am Geschirr im vollen Tempo ziehen zu dürfen, sicherte ich ihn zu Anfang mit einer zusätzlichen Leine ab, um mir Brandwunden an den Händen zu ersparen. Dieses erwies sich aber nach einigen Versuchen als unnötig. Auch steckte er seine Nase gleich zu Beginn ohne Probleme in die Tüte mit dem Geruchsträger. Wie schon so oft in der Flächensuche beobachtet, ging seine Nase fast sofort auf den Boden und er folgte der einfachen geraden Spur ohne zögern. Anfangs zeigte er auch hier noch Unsicherheiten, als er Silvia gefunden hatte, aber nach und nach wurde er sicherer, besonders, als die Belohnung sofort erfolgte.



Aias nimmt die Spur auf

Bei dem Spitz Hafny zeigte sich gleich zu Anfang, dass wir bei ihm die Sache etwas anders angehen müssen. Ihn interessierte die Tüte mit dem Geruchsträger zuerst mal gar nicht, sodass wir die Tüte für ihn mit Leckerchen erst interessant machen müssen. So stellten wir auch fest, dass Hafny in erster Linie nur die Leckerchen sucht und nicht den Menschen dazu. Daher gestalten wir seine Suchen noch extrem kurz und auf Sicht. Hafny kennt keine Scheu vor Menschen und freut sich, wenn er sie findet, weil es ein besonderes Leckerchen gibt. Schön ist dabei, dass er auf Feldern tatsächlich diesen Menschen sucht und sich nicht von einer Wildfährte ablenken lässt. Allerdings müssen wir bei Hafny die Suchstrecken noch recht kurz und interessant gestalten, damit er seinen Helfer schnell finden kann, sonst verliert er noch nach kurzer Zeit das Interesse.


Die Suche auf der Wiese fällt Hafny leicht.

Aias hingegen scheint recht schnell begriffen zu haben, was wir von ihm wollen. Auf einfachen Untergründen wie Waldboden, Sand und Wiese arbeitet er schon Strecken bis zu 500 m zügig aus. Auch Abbiegungen kann er schon recht gut ausarbeiten. Bei der Hitze, die wir im Moment aber haben, gestalten sich die Aufgaben leider teilweise sehr schwierig. Kleine Straßenstücke fallen Aias noch sehr schwer, somit auch Hafny, der noch nicht so weit ist. Bei dem Wetter hält sich der Geruch nicht so gut, die Hunde sind auch schnell erschöpft und lassen nach. Daher haben wir bisher auch von weiteren Schwierigkeiten Abstand genommen, sondern beschränken uns darauf, die bisherigen Übungen zu festigen. Wenn es das Gebiet zusagt, werden die Hunde in den vorhandenen Seen abgekühlt. Das tut ihnen gut und steigert die Motivation. Leider ist ein See nicht überall vorhanden, so dass wir die Trainingseinheit entweder in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend verschieben müssen.


Die ersten Strassenabschnitte fallen bei Temperaturen um 30° sehr schwer


Am Rand lassen sich noch Geruchsspuren finden

Bewaffnet mit Wasserflaschen, Aias trinkt jetzt auch Apfelwasser aus Plastikflaschen aus der hohlen Hand, Puderflasche, Kreide, Wäscheklammern, Leckerchen und Geruchsträger alles in die Westen verpackt, ziehen wir los. Was uns noch Kopfzerbrechen bereitet, ist die Art der Anzeige. In Berichten über das Mantrailing, wie die Spurensuche auch heißt, ist es dem Hund erlaubt, dass er die gefundene Person auch anspringen darf. Zwar sehr eindeutig, aber für mich in der heutigen Zeit der Kampfhundhysterie völlig undenkbar. Im Gegensatz zu Hafny, der ein kleiner, süßer, weißer Spitz ist, der den Menschen meist keinen Schrecken versetzt, ist Aias nun mal groß, schwarz und schwer....Bellen wollte ich auch nicht mehr, damit er einen eindeutigen Unterschied zur Rettungshundearbeit bekommt.


Auch fremde Menschen findet Hafny toll

Also habe ich mich abends hingesetzt und mir eine andere Variante überlegt. Da Aias den Clicker schon kannte, damit habe ich ihm die Verbeugung beigebracht, habe ich ihm zuerst an mir selber beigebracht, die Pfote auf mein Bein zu legen. Dabei habe ich verschiedene Positionen ausprobiert...Sitzen, Stehen, Liegen, Hocken, seitlich....bei mir klappte es schon nach kurzer Zeit. So zog ich meine Kinder als nächste Versuchspersonen heran. Auch dort klappte es meistens, wenn auch noch nicht immer. Ein unangenehmer Nebeneffekt trat dabei leider auch auf, nämlich fing Aias an zu betteln. Also wird die neue Anzeige nur noch im Geschirr geübt. Auch Silvia übernahm diese Idee und brachte Hafny diese Art von Anzeige bei. Auch er hatte es recht schnell begriffen. Allerdings erfolgt seine Anzeige wesentlich sanfter als die von Aias, der seine Pfoten recht unkoordiniert überall da benutzt, wo er hin trifft. Bei liegenden Personen legt er sich einfach drauf.....


Erfolg für Aias nach etwa 500 m Suchstrecke

Dadurch, dass ich nun in seiner unmittelbaren Nähe bin, wird er auch bei unbekannten Personen zusehend sicherer. So hatten wir einen Helfer aufgetan, der bis vor Kurzem nicht viel mit Hunden zu tun hatte, sich aber während seines Urlaubs für unsere Rettungshundeprüfung zur Verfügung gestellt hatte. Er gab an, so als freiliegendes Opfer von einem Hund angebellt zu werden, wirke schon ziemlich bedrohlich. Aias kannte ihn bisher nur vom Sehen, als Helfer hatte er ihn nicht gehabt. Trotzdem zeigte Aias auch bei ihm, wenn auch erst zögerlich, die Pfote aufs Bein und dann legte er sich drauf. Ein großer Schritt für ihn in Bezug auf die Selbstsicherheit.


Wiese fällt auch Aias ganz leicht

Aias besitzt nun ein neues Geschirr, das sein altes X-Back-Geschirr leider ständig rutschte. Nun trägt er ein Powergeschirr von Julius K9 mit Y-Gurt. Trotz des sehr festen Materials sitzt es an Aias sehr gut und rutscht auch nicht. Beim ersten Test legte er sich mit aller Kraft hinein und ich hatte Schwierigkeiten, ihn zu bremsen und ich hatte arge Probleme, ihm zu folgen. So bekam er auch seine erste Verleitung in seine Suchstrecke eingebaut, welche sich als sehr schwierig hätte erweisen können, da es sich bei der Suchperson um meine Tochter handelte und bei der Verleitung um Silvia. Aber er lies sich überhaupt nicht beirren und folgte ausschließlich der Spur meiner Tochter. Auch ein kleines Stück Straße hielt ihn diesmal nicht auf, sondern er suchte sehr intensiv mit der Nase am Boden, um die Spur wieder zu finden.


Aias nimmt den Geruchsstoff auf

Bisher haben wir Anleitungen für Mantrailing nur über Internet oder Bücher zur Verfügung gehabt, aber nun wurde im August vom Bundesverband ein Seminar angeboten. Ich besprach meine Absichten mit dem Ausbildungsleiter und dem Vorstand, auch meine Überlegungen, den Versuch zu starten, Aias auf Mantrailing umzustellen. Nachdem alle Unklarheiten beseitigt waren, wurde ich zu dem Seminar angemeldet. Danach werden wir weiter sehen, vielleicht wissen wir dann auch, ob Aias als Mantrailer geeignet ist.


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   © 2007 by Manuela Schmidt •  mailto: manuela at berger-de-beauce dot net