Beauceron

 

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Berger de Beauce

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Das Seminar



Am 04. August 2006 startete ich also mit Aias und Gepäck in Richtung Bielefeld. Dort fand bis zum 6. August 06 ein Seminar für Mantrailer Differenzierung/Identifikation statt. An den ersten Seminaren habe ich noch nicht teilgenommen, die bis dahin stattgefunden haben, daher war ich dort absoluter Neuling. Aber es waren alles nette Leute dort und auch als Frischling kam ich mir dort so gar nicht verloren vor, außerdem gab es noch andere Neulinge in dem Kurs. Am Freitag Abend wurde mit allen anwesenden Teilnehmern der kommende Tag besprochen, Begriffe erklärt, die Gruppen eingeteilt, Demonstrationen besprochen.

Am Samstag sind wir dann erst Alle gemeinsam losgefahren, damit man sich die Demos ansehen konnte. Es wurden Übungen gezeigt, wie man mit jungen Hunden anfangen kann, selbst mit ganz jungen Welpen geht das schon.

Die Differenzierung wurde gezeigt, Identifizierung und eine kurze Negativanzeige. Danach fuhren alle Teilnehmer mit ihren Gruppen in unterschiedlich Gebiete.

In unserer Gruppe waren überwiegend Anfängerhunde bzw. interessierte Hundeführer, die nur mal schauen wollte, wie Mantrailing aussieht, und ein etwas erfahrener Bloodhound von 18 Monaten, der mitten in der Ausbildung steht.
Die jungen Hunde waren Aias, der ja nun Neues lernen soll, ein 16 Monate alter Harzer Fuchs, der mit seiner Hundeführerin nur mal schauen wollte, und ein 12 Wochen alter Münsterländer.

Angefangen haben wir mit einer Differenzierung auf einer Wiese. Ich sollte mit Aias außer Sicht gehen und zwei Hundeführer legten je eine Spur über Kreuz, in der Mitte wurde ein Geruchsartikel (GA) fallen gelassen und sie gingen für den Hund außer Sicht. Ich sollte mit Aias im rechten Winkel zu dem Geruchsartikel anfangen, damit er sich den richtigen Weg selber suchen muss.
Ich habe dann zusätzlich noch gute Tipps zum Startritual bekommen und natürlich auch zur Leinenführung, mit der ich bisher ziemlich auf Kriegsfuß stand. Perfekt bin ich noch immer nicht, aber ich lerne noch.
Ich habe also Aias knapp einen Meter vor dem GA ins Geschirr gebracht, die Leine umgehängt und ihn dann an den GA herangeführt. Er bekam sein Suchkommando und...hurra, er ging in die richtige Richtung. Nach Auffinden der Person wurde er sofort bestätigt. Er sollte dann auch noch die andere Versteckperson suchen, der GA war kurz vor dem Startpunkt zurück geblieben, aber damit war er dann wohl doch noch überfordert.

Der kleine Münsterländer sollte die dann die gleiche Übung machen und meisterte sie ganz hervorragend. Auch der Harzer Fuchs löste seine Aufgabe sehr gut, nur seine Hundeführerin hatte noch größere Probleme mit der Leinenführung wie ich ;-)
Bei Aias stellten wir dann nach einer Weile fest, dass er teilweise noch einen größeren Anreiz für den Start braucht, also wurde mit überschwänglicher Verabschiedung gearbeitet. Ob es an der Wärme, dem Untergrund, der ungewohnten Umgebung oder den für ihn fremden Leute lag, vermag ich leider nicht zu sagen. Zu Hause, teilweise auch fremde Umgebung oder fremde Leute, hatte er diese Probleme bisher nicht.
Aber im Großen und Ganzen war ich mit seiner Arbeit ganz zufrieden, wenn ich bedenke, dass Aias zu diesem Zeitpunkt erst seit knapp 2 Monaten diese Übungen absolviert. Mir wurde gesagt, dass Aias mit großer Wahrscheinlichkeit den Grundsatz verstanden hat, man aber erst ganz sicher sein kann, wenn er die Differenzierung ca. 100 Mal hintereinander richtig gelöst hat. Das heißt also, zu Hause üben, üben und noch mal üben.

Später am Nachmittag haben wir dann an einem kleinen Waldstück Halt gemacht. Ein Untergrund, der Aias bisher gut gelegen hat. Vorsichtshalber wurde mit Verabschiedung gearbeitet. Aias stand unter Hochspannung, wollte unbedingt los, musste aber noch warten. Das gefiel ihm gar nicht und drängte vorwärts. Als er dann endlich los durfte, lief er in schnellem Tempo vorwärts, so schnell, dass er über einen Winkel hinaus schoss. Auf dem engen Trampelpfad stand ich ihm natürlich wieder mal im Weg herum, konnte ihm kaum schnell genug ausweichen. Dann schlug er einen Bogen und fand die Spur wieder, allerdings erst in die falsche Richtung. Nach ein bisschen Suchen hatte er die richtige Richtung dann gefunden und los ging es in seinem gewohntem Tempo. Er war kaum zu bremsen, gar nicht so einfach für mich, ihm in dem teilweise dichtem Unterholz zu folgen. Um uns die Suche etwas zu vereinfachen, war die Spur mit Kreidespray markiert. Anfangs beachtete Aias die Farbkleckse noch, später war er viel zu schnell daran vorbei, um sie noch zu beachten. Völlig sicher verfolgte er die Spur und fand die Versteckperson. Ich war sehr zufrieden mit seiner Suche.

Mit dem Fuchs und dem Münsterländer wurden dann noch Spuren mit Untergrundwechsel gelegt, die beide ohne Probleme gemeistert haben. Es war faszinierend, zu beobachten, wie ein so kleiner Welpe von 12 Wochen mit viel Eifer seine Spur ausarbeiten kann.

Zum Abschluss des Übungstages haben wir dann noch eine längere Suche des Bloodhounds Lola miterleben dürfen. Meine Wenigkeit hat dann davon nicht mehr viel gesehen, da ich als Spurleger unterwegs war. Aber es ist schon erstaunlich, mit welcher Energie ein solch schwerfällig wirkender Hund seine Spur verfolgt.
Abends haben wir dann alle gemütlich zusammen gesessen und gegrillt und den nächsten Tag besprochen. Es wurden Wünsche geäußert, was besonders die Unerfahrenen gerne mal gesehen hätten, was Hunde, die schon weiter sind, alles zeigen können.
Lola zeigte uns dann eine Suche durch den Wald, die über eine längere Strecke ging. Die Hundeführerin wusste den genauen Weg nicht, sondern wurde nur zum Startpunkt gebracht. Lola arbeitete ihre Richtung sehr zügig aus und es ging zuerst über einen Trampelpfad, dann durchs Unterholz. Die Traube von etwa 20 Zuschauern hatte es gar nicht leicht, dem Hund bei seinen Richtungswechseln zu folgen, geschweige denn, etwas zu sehen.
Es ging weiter über ein Stück Schotterweg, dann eine Abzweigung nach rechts, der Weg teilte sich noch mal, aber Lola fand den richtigen Weg sehr zügig. Hinter einer Sitzgruppe an einem Baum saß dann die Versteckperson, die Lola dann freudig begrüßte.

Als Nächstes war eine Negativsuche gewünscht worden, d.h. die Spur endete im Nirgendwo, weil die Person z.B. in ein Auto gestiegen ist.
Diese Suche absolvierte ein Mischling, man möge mir verzeihen, weil ich seinen Namen bei all den Eindrücken vergessen habe.
Der Hund ließ sich ebenfalls von unserer Menschentraube absolut nicht stören, sondern suchte sich mit viel Eifer seinen Weg. Am Ende der Spur, die Zuschauer wusste, wo der Punkt war, traf der Hund auf eine asphaltierte Strasse. Er suchte sie in alle Richtungen ab, immer wieder und wieder....wir anderen Personen interessierten ihn überhaupt nicht. Schließlich kam er zu seiner Hundeführerin und setzte sich vor ihr hin....Anzeige für Negativ - die Spur ist hier zu Ende. Aufgabe erfolgreich gelöst.

Anschließend sind wir dann wieder in unseren Gruppe aufgeteilt in unsere Suchgebiete gefahren. Diesmal waren wir in einem Gebiete, dass aussah, wie ein großer Schulhof. Dort gab es Wiese, Schotterwege, Asphalt und Absperrungen.
Aias sollte wieder als erster Hund anfangen. Ich wusste ja, dass er noch Probleme mit Straßenbelägen hatte, trotzdem sollte er ein Stückchen Strasse überqueren. Für den Anfang reichte ein kleines Stück, weil auf der anderen Seite auch gleich wieder Wiese kam. Allerdings war sein Weg durch gespannte Ketten (wohl, um zu verhindern, dass dort Autos parken) versperrt, das irritierte ihn doch sehr. Ich musste ihm helfen, den Weg durch die Barrieren zu finden, besonders, weil auf der anderen Seite noch eine solche Kette den Weg versperrte. Wieder auf der Wiese angekommen, nahm er ab die Spur gleich wieder auf und folgte ihr korrekt. Das Opfer fand er dann ganz leicht.

Der Harzer Fuchs störte sich weder an Barrieren, noch an dem Untergrundwechsel, er nahm seine Spur auf und folgte ihr unermüdlich, wenn Frauchen sich nicht wieder mal in der Leine verheddert hätte. Aber selbst das stört den Fuchs nicht und wollte unermüdlich weiter. Der Münsterländerwelpe hatte ebenfalls keine Schwierigkeiten mit dem unterschiedlichen Untergrund, wobei er nur einen Wechsel von Wiese auf Schotter als Aufgabe bekam. Natürlich war seine Strecke auch wesentlich kürzer als bei den älteren Hunden. Anschließend wurde für Aias noch eine Spur in einem Waldstückchen gelegt, die er mit Verabschiedung wieder zu meiner Zufriedenheit löste.

Die beiden anderen Junghunde bekamen dann noch eine Differenzierung, die bis auf Schwierigkeiten mit der Leinenführung ganz gut klappte. An der Leinenführung müssen wir Neulinge wohl alle noch arbeiten, damit wir unsere Hunde nicht bei der Arbeit stören. Denn ein Ruck auf das Geschirr sollte nun wirklich nicht passieren, da der Hund dieses als Strafe auffassen könnte, wenn er eh' noch am Anfang seiner Ausbildung steht. Also gab es Trockenübungen für uns Hundeführer, natürlich ohne Hund ;-)

Zum Schluss bekam Lola noch eine Suche über das Schulgelände, die zwischen den Gebäuden hindurchführte und oben auf einer Treppe endete. Diesmal war ich Zuschauer in der ersten Reihe und konnte in Ruhe beobachten. Lola erledigte ihre Aufgabe mit Leichtigkeit, in der Nähe der Treppe zeigte sie schnell und deutlich, dass die Versteckperson irgendwo oben sitzen musste, lediglich mit der schmalen Gittertreppe hatte sie dann ein paar Schwierigkeiten. Sie versuchte noch, einen anderen Weg zu finden, aber dann ging sie doch ein paar Stufen hoch. Alles Übungssache, wenn auch nicht leicht für einen Hund dieser Größe auf so schmalen Stufen.

Dann war es Zeit für die Rückfahrt, denn das Mittagessen stand an. Die Bewirtung war über das ganze Wochenende einfach klasse und super gelungen. Wir haben alle unsere Leistungshefte zurückbekommen und dann ging es an den Aufbruch.
Ich freue mich schon sehr, wenn ich das nächste Mal am Mantrailer-Seminar teilnehmen kann. Aias war die ganze Heimfahrt über super müde und verschlief fast die ganze Heimfahrt sowie fast den ganzen Montag. Leider muss ich gestehen, dass ich während des ganzen Wochenendes kein einziges Foto geschossen habe.

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   © 2007 by Manuela Schmidt •  mailto: manuela at berger-de-beauce dot net