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Berger de Beauce

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Trail-Tagebuch August



Dienstag, 08.08.2006, zu Hause

Untergrundwechsel mit Aias
Wie sich in Bielefeld zeigte, hat Aias ein paar Schwierigkeiten mit dem Untergrundwechsel. Ob es nun wirklich am Untergrund liegt oder an der Barriere, wollten wir natürlich zu Hause ausprobieren. Wir versuchten es mit einem Wechsel von Rasen auf Schotter, der für Aias so nun kein Problem darstellte. Auch ein kurzes Stückchen Steinboden schaffte er.

Barriere, Aias zeigt den Willen zum Durchgehen deutlich an
Dann wollten wir natürlich wissen, wie Aias sich an einem Hindernis verhielt, das ihm den Weg versperrte, aber für ihn zu überwinden war. Meine Tochter legte für ihn eine Spur auf unserem Schulhof, den Anfang auf Rasen, kletterte durch ein Geländer und ging über Steinboden weiter. Ich setzte Aias im rechten Winkel an, so wie ich es in Bielefeld gezeigt bekam. Fast hätte ein übereifriger Herr, der den Schulhof säuberte, uns unseren Geruchsartikel entwendet. Ansprechen half nicht, denn er trug Kopfhörer und hörte uns nicht. So mussten wir schon fast schreien. Gott sei Dank hat Aias sich davon nicht so sehr ablenken lassen, auch von den fremden Geruch nicht. So nahm er ohne Probleme die Spur auf und stand dann auch vor dem Geländer. Zuerst etwas ratlos drehte er sich zu mir um und fragte nach Hilfe, zeigte ab immer wieder den richtigen Weg an. Nach einer kleinen Aufmunterung sprang er dann doch durch die Streben, so dass ich kaum hinterher klettern konnte. Den Rest des Weges fand er trotz Asphalt dann auch ohne Schwierigkeiten.

Und hopp...
Aias überwindet diese Barriere mit Leichtigkeit.

Hafny Differenzierung
Mit Hafny wollten wir dann erstmals eine Differenzierung versuchen. Also legten meine Tochter und ich für ihn eine Spur über Kreuz, so wie ich es in Bielefeld gezeigt bekam. Da Hafny uns Beide sehr gerne sucht, war es natürlich für ihn nicht ganz so einfach. Ich legte meinen Geruchsartikel am Scheitelpunkt ab und wir entfernten uns dann gleichmäßig ins eine Buschreihe. Von meinem Versteck aus konnte ich Hafny gut beobachten. Silvia brachte ihn ebenfalls im rechten Winkel zu der Spur zu meinem Geruch und setzte ihn an. Er schnüffelte an meiner Jacke und ging dann zielstrebig in die richtige Richtung. Manchmal nahm er sogar seine Nase runter auf den Boden, was bei ihm nur selten zu sehen ist.

Aias Schwierigkeiten Strasse
Angespornt durch die sicheren Suchen auf dem Schulhof, beschlossen wir, die Abschlußsuche für den Tag auf Rasen zu beginnen und über den Bürgersteig enden zu lassen. Der Beginn lag ausserhalb der Sicht von Aias, der aber aufgrund der längeren Strecke angereizt wurde. Der Geruchsartikel lag kurz hinter der Ecke, der Weg ging etwa 20 - 30 Meter geradeaus, Silvia lief dabei überwiegend auf dem Rasen. Danach bog sie zwischen zwei Gebäuden nach links ab über Steinboden. Bis zu diesem Punkt arbeitete Aias die Spur zügig aus. Das Stück zwischen den Gebäuden hatte eine Länge von etwa 10 Metern, traf auf eine Einfahrt und ging von dort aus auf den Bürgersteig. Von diesem Punkt an ließ die Suchleistung nach und Aias wurde unkonzentiert. Der Rest der Strecke war mehr ein Gassigang als eine Suche. Unsere Erkenntnis dazu: Die Strecke war zu lang und hätte nicht am Ende der Übungseinheit liegen dürfen.

Mittwoch, 09.08.2006

1. kurze Suche auf Strasse mit Taschentüchern
Aufgrund der schlechten Suchleistung vom Vortag machte ich mich am frühen Abend mit meiner Tochter daran, den Strassenteil mal etwas anders zu versuchen. Damit Aias motiviert blieb, auch wenn der Geruch auf den Steinen schlechter hielt, hat meine Tochter über Nacht auf Papiertaschentüchern geschlafen. Diese Taschentücher sollte sie auf ihrem Weg unterwegs fallen lassen, damit er einen Anreiz bekam, weiter zu suchen.
Hochmotiviert ging Aias zur Suche, trotzdem hatte er ein paar Schwierigkeiten, auf dem Steinboden die Richtung zu bestimmen. Der Geruchsartikel lag auf unserer Seite der Strasse, aber meine Tochter hatte auf meine Anweisung hin die Strassenseite gewechselt und das erste Taschentuch lag auf der anderen Seite. Ich ließ ihn alleine arbeiten, dann fand er den Geruch an einem Gebüsch, welches direkt am Strassenrand stand. Aias wechselte dann die Seite und ging zielstrebig in die richtige Richtung weiter. Das erste Taschentuch wurde beschnüffelt und er ging weiter, das Zweite wurde auch noch untersucht, danach ging er, ohne die weiteren Taschentücher zu beachten, zielstrebig weiter und fand meine Tochter hinter einem Baum. Die Taschentücher waren bei diesem Versuch eine gute Hilfe

Donnerstag, 10.08.2006

2. kurze Suche auf Strasse mit Taschentüchern
Heute wiederholten wir die Übung mit den Taschentüchern noch einmal, diesmal aber in eine andere Richtung. Ich wies meine Tochter an, sich diesmal hinter einem Gebäude auf einer Laderampe zu verstecken. Diesesmal fand Aias die Richtung fast sofort nach dem Beginn der Suche. Wieder beachtete er nur die ersten beiden Taschentücher, die Anderen wurde links liegen gelassen. Auch fand er die Stelle ziemlich sicher, an der meine Tochter die Strasse überquert hatte. Auf der anderen Seite traf uns gleich eine große Ablenkung, da Leute aus einem geparktem Auto stiegen, die Aias' Kontrolluntersuchung aber mit Gelassenheit über sich ergehen liessen. Obwohl Aias ja als großer, schwarzer Hund oft eher furchteinflössend wirkt, lockert sein Geschirr mit der Aufschrift "AZUBI" sein Erscheinungsbild erheblich auf.
Anschliessend nahm Aias die Suche ohne weitere Verzögerungen wieder auf und fand meine Tochter oben auf der Laderampe sitzen. Da er sie nicht so anzeigen konnte, wie er es zur Zeit lernt, sprang er immer wieder an der Rampe hoch.

Freitag, 11.08.2006

4. kurze Suche auf Strasse mit Taschentüchern
Heute nacht hatte es geregnet und wir versuchten eine weitere Suche mit den Taschentüchern. Wieder bereitete der Start für Aias keine Probleme und er lief zügig los. Allerdings hat er den Wechsel der Strassenseite überlaufen oder der Geruch wurde woanders hingetragen. Ich lies ihn aber nicht all zu weit über den Winkel hinauslaufen und schließlich fand er den Übergang. Auch heute stiegen wieder Leute aus einem Auto aus, die Aias sogleich kontrollierte, aber er lief dann sofort weiter. Nach einem weiteren kurzen Stück fand er meine Tochter problemlos in einem Gebüsch. Zum Abschluss, bevor meine Tochter durch einen Krankenhausaufenthalt für längere zeit als Helfer ausfällt, beschloss ich, eine 2. Suche zu machen. Die Strecke war nicht sehr lang, nur etwa 200 m, aber Aias hatte keine Lust mehr und begann überall Gras abzupflücken und zu fressen. Er ließ sich kaum mehr motivieren, so dass ich die Suche abbrach und ihn nur noch die Anzeige machen ließ. Als ich dann die vergangene Woche so revuepassieren ließ, stellte ich fest, dass wir jeden Tag geübt haben und wahrscheinlich damit maßlos übertrieben haben. Die Pause durch den Krankenhausaufenthalt meiner Tochter würde ihm sicher gut tun.

Mittwoch, 23.08.2006

Einfache Anzeigeübungen speziell für Aias
Nach über einer Woche Pause für Aias bin ich mit ihm zu unserem Übungstag gefahren. Dort habe ich dann mit ihm und unseren Hundeführern die für ihn spezielle Anzeigeart geübt. Wir haben für ihn keine Spur ausgelegt, sondern ihn ausschließlich auf Sicht arbeiten lassen. Aias sollte nur am Geschirr zu den Helfern laufen und sie mit einer Pfote berühren und zwar wirklich nur mit einer Pfote. Die Helfer einzuweisen war nicht schwer, sich daran zu halten aber wohl. Bisher haben alle Helfer sich ja nur mit der Anzeigeart des Verbellens gearbeitet und sich auf Aias einzustellen, war nicht ganz so leicht. Besonders, weil er ausgerechnet als erste Testperson unsere Hundeführerin Tanja bekam, die im letzten Jahr das Verbellen noch intensiv mit ihm geübt hatte. Prompt setzte Aias sich dann natürlich vor sie hin und verbellte sie klassisch. Er bellte und bellte, aber Tanja hatte von mir die Anweisung bekommen, ihm nicht zu helfen. Völlig verwirrt drehte Aias sich zu mir um und sah mich fragend an. Und plötzlich kam die Pfote.....Wir waren so aus dem Häusschen vor Freude, dass uns fast entging, dass Aias plötzlich beide Pfoten auf dem Bein hatte. Also wiederholten wir die Übung mehrmals und sie wurde jedes Mal besser. Allerdings war er mit der Pfote bei Tanja ausgesprochen grobmotorisch.
Der nächste Versuch wurde dann mit unserem Hundeführer Andreas versucht. Auch bei ihm bestand die Gefahr, dass Aias ihn verbellt, weil Andreas für Aias ein gern genommenes Opfer war. Aber zum Glück zeigte Aias nicht einmal ansatzweise den Versuch des Bellens, auch wenn die Pfote nicht sofort kam, sondern etwas zeitverzögert. In der Wiederholung kam dann die Pfote wesentlich schneller, auch wenn er ab und zu mal mit beiden Pfoten anzeigte. Für die Helfer war dieses Verhalten etwas schwer einzuschätzen, da Aias manchmal in nur Bruchteilen von Sekunden reagierte. Ich stellte aber fest, dass Aias bei Andreas weniger grob war.
Was besonders hilfreich war, dass heute eine völlig fremde Person bei uns auf dem Hundeplatz zu Besuch war und sich als Opfer zur Verfügung stellte. So bat ich darum, dass das Mädchen sich auch einmal für Aias hinsetzte. In etwas 10 m Entfernung legte ich Aias das Geschirr an und ließ ihn hinlaufen.Ohne zu Zögern lief er hin, setzte sich und sofort zeigte er an. Ich musste sehr schmunzeln, da er wieder zuerst beide Pfoten aufs Bein stellte, sich aber blitzschnell beann und eine Pfote wieder runternahm. Und wieder war er dabei sehr vorsichtig. Es scheint so, je weniger ihm die Opfer vertraut sind, umso vorsichtiger zeigt er sie an. Scheu zeigt er, wie früher, dabei keine und wirkt sehr selbstbewusst. Besonders grob zeigt er sich, wie ich bisher beobachten konnte, bei meinem Sohn, meiner Tochter, manchmal bei Silvia und bei Tanja.

Donnerstag, 24.08.2006

Übungen im Wald, Barriere für Aias
Endlich konnte ich mal wieder zu Silvia fahren und dort gemeinsam im Wald üben. In der Zwischenzeit hatte ich ja mit Aias geübt, dass er mit mit der Pfote zeigen sollte, wenn er durch ein verschlossenes Tor möchte. Dort hatten wir nun die Gelegenheit, dies einmal während einer Suche zu probieren. Silvia bekam ein Paar Anweisungen und lief dann los. Nach einer Weile begann ich mit Aias das übliche Startritual, allerdings liess ich ihn zuerst an der Leine die Umgebung erkunden. Danach führte ihn im rechten Winkel an den ausgelegten Geruchsartikel heran und schickte ihn los. Zügig nahm er den Geruch auf und führte mich zu dem verschlossenem Tor. Er drehte sich um und signalisierte mir, dass es dort hindurch ging. Ich musste fast lachen, als er versuchte, sich durch das kleine Tor zu quetschen, was natürlich nicht passte. Er wirkte fast ungehalten, als er sich setzte und aussah, als würde er überlegen, was zu tun war. Dann kam die Pfote ans Tor. Mit überschwenglichem Lob öffnete ich es für ihn und ohne zu zögern zerrte er mich beinahe hinter sich her. Mit viel Mühe bremste ich ihn ab und stellte wieder einmal fest, dass ich mir dringend eine neue Leine besorgen muss. Ohne Probleme fand er Silvia in einem Gebüsch und zeigte sie an, leider wieder relativ grob.

Trail auf Waldboden
Attacke, da ist das Opfer....

Hafny Wiederholung Winkel
Für Hafny wollten wir nach der langen Pause keine neuen Übungen versuchen, daher wiederholten wir die Winkel. Silvia wartete mit ihm in der Nähe des Tores und ich warf meinen Geruchsartikel erst hinter der Biegung auf den Boden, nachdem ich mich von ihm verabschiedet habe. Ich ging am Strassenrand überwiegend auf dem Rasen, nur manchmal auf dem Asphalt. Nach etwa 50 m bog ich links in einen Waldweg ab, der parallel zur Strasse zurück lief. Nachdem ich die Windrichtung geprüft habe, versteckte ich mich rechts in einem Gebüsch. Hafny konnte mich nicht sehen und auch nicht riechen, da der Wind von der Strasse her ins Gebüsch wehte. Allerdings konnte ich Hafny und Silvia ein gutes Stück aus dem Gebüsch heraus beobachten. Zügig lief Hafny entlang der Strasse an meinem Versteck vorbei, schaute dabei aber nicht direkt in meine Richtung. Ich blieb ruhig sitzen, damit er mich auch nicht hören konnte, da er wieder einmal mit erhobenem Kopf suchte. Er bog dann zielsicher auf den Waldweg ab und lief ein kleines Stück an mir vorbei, bis er merkte, dass er meinen Geruch verloren hatte. Unbeirrt zwängte er sich durch das Geäst und legte mir die Pfote aufs Bein. Trotz der Pause hatte Hafny nicht vergessen, was zu tun war und ging freudig in die Suche.

Test Geruch Hund
Spasseshalber wollten wir wissen, ob Aias jedem Geruch folgen würde, auch wenn er ungewöhnlich war. Da wir heute aber nur zu Zweit waren, nahmen wir den Geruch von Silvia's Barny, der uns wie so oft auf unseren Runden begleitete. Barny ist schon ein älterer Hundeherr, der die meisten Sachen mit gelassener Ruhe über sich ergehen läßt, so auch das Warten ohne Hundeführer. Silvia legte das Halsband von Barny als Geruchsartikel auf den Boden und marschierte mit ihm los. Die Strecke war nicht sehr weit, da es ja nicht um die Suche an sich ging, sondern um den Geruchsstoff. Aias konnte nicht sehen, wohin die Beiden gingen, er konnte auch nicht sehen, dass Barny mitlief. Silvia setzte Barny an ein Gebüsch hinter der nächsten Biegung und ging selber geradeaus weiter. Als sie außer Sicht war, begann ich mit Aias wie üblich das Startritual. Zielstrebig lief er auf das Halsband zu und nahm den Geruch auf. Ohne zu zögern lief er los, er liess sich durch den ungewöhnlichen Geruch nicht irritieren. So fand er Barny hinter der nächten Ecke am Gebüsch sitzen...anzeigen tat er ihn allerdings nicht. Ich schätze, das hätte Barny auch sicher nicht gefallen. Tja, und leider hatte Barny auch keine Belohnung für Aias dabei, die hatte er sicher schon selber aufgefuttert, weil man ihn einfach an der Ecke sitzen gelassen hatte. Aias war demnach der Meinung, er sei noch nicht fertig mit Suchen, denn Silvia war ja schließlich nicht dort, wo Barny war. Weil er ihren Geruch nun ja schon ganz genau kannte, wusste er sehr schnell, wohin sie gegangen war und wollte mich weiter ziehen. Aber diesen Gefallen tat ich ihm nicht, denn die Aufgabe war hier an der Ecke beendet. Wir hätten Barny ja gerne alleine los geschickt, damit sich die Spur nicht mit dem Geruch von Silvia vermischt, aber er hat sich schlichtweg geweigert.

Hafnys 2. Übung, geschrieben von Silvia
Für Hafny als Anfänger, gab es noch eine kleine Suche mit einer Abzweigung, um das Erlernte zu festigen. Wir warteten an einer Feldeinfahrt mit den anderen Hunden, bis Ela auf dem Feldweg verschwand und nach rechts abbog. Der GA lag ein paar Schritte von uns entfernt auf dem Weg. Kaum war sie nicht mehr zusehen, ging ich mit dem Hafny auf den Weg auf den GA zu. Ca. 1 m davor wurde das Geschirr angezogen, die Glöckchen geläutet und der Kleine wurde "aufgepeitscht" für die große Suche ;) Er wurde am Geschirr zum GA geführt und los ging es. Die Suche ging auf einem Feldweg neben einem Wall entlang, hinter dem leckere Weiden mit Rindern und entsprechend auch Wild waren. Nach ein paar Metern bekam Hafny einen langen Hals nach links zum Wall. Ich blieb stehen und wartete, was seine Nase ihm da wohl zutrug. Das war nun nicht der richtige Weg, aber er beschloss, der Spur von Ela doch weiter zu folgen und bog dann zielstrebig nach rechts ab. Wieder mit einem Hals wie eine Giraffe lief er noch die paar Meter und schon ziemlich schnell hatte er Ela im Gebüsch ausgespäht. Nu aber schnell das Leckerchen holen, freudig Pfote rauf und fertig .... und weiter, schließlich wollen wir noch Gassi gehen.

Lange Suche im Wald, Beginn auf dem Weg, endete über Wildfährte im Unterholz
Zum Abschluss des Tages beschlossen wir, mit Aias noch eine längere Suche zu machen. Wir waren im Wald, daher bestand weniger die Gefahr der Überforderung wie auf der Strasse. Silvia sagte mir dieses Mal nicht, in welche Richtung sie ging, sondern sie legte bzw. hängte Klammern auf, die den Weg markieren sollten. Eine Verabschiedung sollte es jetzt keine geben, daher begab ich mich mit Aias außer Sicht. Er war schon sehr aufgeregt und wollte kaum warten. Nach einer Weile bin ich dann mit Aias zurück auf den Waldweg gegangen und habe ihn suchbereit gemacht. Er konnte Silvias Geruchsartikel schon sehen und wollte schon hin. Aber ich hielt ihn noch zurück und ließ ihn die Umgebung erkunden, da ich ja auch nicht genau wusste, in welche Richtung Silvia gegangen war. Ich führte Aias an den GA heran und so schnell konnte ich gar nicht gucken, wie er loslief. Den GA aufheben? Keine Chance, er zog mich unbeirrbar weiter. So dann und wann konnte ich auch eine Klammer erspähen, aber auch hier war einsammeln unmöglich. Mit aller Kraft versuchte ich ihn zu bremsen und verfluchte wieder einmal, dass ich noch keine neue Leine besorgt hatte. Silvia hatte gesagt, dass sie am ersten Weg eine Verleitung legen wollte, einmal reinlaufen und gleich wieder raus, aber Aias beachtete den Weg überhaupt nicht. Auf der nächsten Kreuzung bog er zügig nach links ab. Es ging ziemlich holperig für mich daher, da die Waldfahrzeuge große Spuren in den feuchten Waldboden gefahren hatten. Pfützen störten Aias überhaupt nicht, er lief einfach durch, während ich sie im Eiltempo umgehen oder überspringen musste. Nach etwa 150 m bog Aias nach links in den Wald ab, er übersprang den Graben mit Leichtigkeit und ich musste mich schon sehr anstrengen, um hinter ihm her zukommen. Nun konnte ich die Klammer besser sehen, die Spur verlief in Schlangenlinien durch das Unterholz. Plötzlich blieb Aias unvermittelt stehen. Er hielt die Nase in den Wind und ich wartete....Was mochte er da wohl riechen? Starr schaute er nach rechts in eine Tannenschonung und dann bellte er. Trotzdem rührte er sich nicht von der Stelle. Komisch....Egal, ich versuchte, ihn weiter zu schicken und ermunterte ihn. Er ließ sich dann auch nicht weiter ablenken und nahm wieder die Nase auf den Boden und es ging im bisherigen Tempo weiter. Links um den Baum herum, rechts um den nächsten Baum. Dann standen wir wieder auf dem Waldweg, an dem wir angefangen hatten. Von weitem konnte ich schon Silvias Hunde sitzen sehen. Aias bog abermals nach links ab und kurz bevor wir die Hunde erreichten, fand Aias Silvia hinter einem Baum stehend. Silvia sagte mir, nachdem ich von dem seltsamen Bellen erzählte, ihre Spur in dem Unterholz wäre mitten durch eine Wildfährte verlaufen war und Aias möglicherweise die Rehe in der Schonung gewittert hatte. Auch wenn er sich kurz hat ablenken lassen, hat er seine Suche doch hochmotiviert beendet.

Im Unterholz
Nun geht es hier lang....

Montag, 28.08.2006

Negativanzeige, keine Spur vorhanden
Bisher habe ich mit Aias immer solche Suchen geübt, wo Spuren vorhanden waren. Durch den Krankenhausaufenthalt konnte ich daher auch nicht so üben, wie ich vorher die Möglichkeit hatte. Allerdings bot sich mir die Gelegenheit, einmal Aias' Verhalten zu beobachten, wenn er einen Geruchsartikel bekommt, aber dazu keine Spur vorhanden ist. Ich verpackte also ein Shirt meiner Tochter aus dem Krankenhaus in einen Beutel und ging damit auf eine Wiese. Aias musste außer Sicht warten, während ich den Beutel leicht geöffnet auf die Wiese warf. Ich selber habe die Wiese nicht betreten, damit ich ihn nicht noch mehr verwirre. Ich habe dann Aias wie immer suchbereit gemacht und ihn etwa im rechten Winkel heran geführt. Aias steckte die Nase in den Beutel und nahm den Geruch auf, aber im Gegensatz zu den anderen Suchen rührte er sich nicht von der Stelle, er blieb einfach stehen. Ich zeigte nochmal auf die Tüte und ermunterte ihn zum Suchen. Er setzte sich hin und kratzte sich heftig, lief aber nicht los. Nochmal auf die Tüte gezeigt, diesmal warf er sich auf den Rasen und wälzte sich. Danach ging er kurz in ein Gebüsch, welches sich am Rand der Wiese befand. Er kam zurück, zog das Shirt aus dem Beutel und schüttelte es heftig, liess es fallen, setzte sich wieder hin und kratzte sich. Völlig ratlos stand er dann wieder auf der Wiese und schaute mich zwischendurch an....dann kam er zu mir und sprang mich an - Verbales Lob und Leckerchen. Während der ganzen Zeit hat Aias nicht einmal die Nase auf den Boden genommen oder ansatzweise eine Spur verfolgt. Dieses Shirt war nun ein Geruch, der ihm bekannt war, aber immerhin schon ein positiver Versuch.

Geruchsaufnahme
Aias nimmt häufig den GA ins Maul

Verwirrt
Da steht er nun und überlegt....

Öhm
Und überlegt immer noch...

Mittwoch, 30.08.2006

Einfacher Trail am Übungsplatz
Heute am frühen Abend, zwischendurch leichter Regen, fuhr ich mit Aias wieder zu uns auf den Übungsplatz. Tanja erklärte sich bereit, mit mir in die Fläche zu gehen und dort zu Üben. Mit ihrem Hund Cassya trainierten wir die Flächensuche, so wie immer. Für Aias entledigte sich Tanja extra ihrer Socken, damit er einen Geruchsartikel hatten. Ich brachte Aias wieder außer Sicht, damit er nicht sehen konnte, wohin sie geht. Tanja erhielt von mir Anweisungen, wie sie die Spur legen sollte, da ich die Tasche mit den Klammern vergessen hatte. Der Trampelpfad war durch den Regen ziemlich aufgeweicht und sehr rutschig. Aias, der sein Lieblingsopfer suchte durfte, war hochmotiviert und teilweise sehr ungeduldig. Vor Aufregung biss er immer wieder in sein Geschirr oder die Leine, dass ich ihn kaum in Ruhe anziehen konnte. Dementsprechend schnell begann auch die Suche, wenigstens konnte ich diesmal den GA aufheben, so dass Tanjas Socken samt Tüte nicht auf dem Weg liegenbleiben mussten. Durch den rutschigen Boden fiel es mir heute noch schwerer, Aias auszubremsen. Unbeirrt durch meine Bremsversuche verfolgte er unermüdlich die Spur. Am Ende des Trampelpfades bog er ohne zu zögern nach rechts ab und fand Tanja an der nächsten Ecke an einem Baum hocken. Er stürmte zu ihr hin, setzte sich sofort hin und legte ihr die Pfote auf den Oberschenkel....die Betonung liegt auf legte die Pfote....diesmal war er überhaupt nicht grob oder ungestüm. Möglicherweise liegt es nicht nur am Opfer, sondern auch an der Position. Wir werden es weiter austesten, wie er bei wem reagiert.

Trail-Tagebuch September
 
   

   © 2007 by Manuela Schmidt •  mailto: manuela at berger-de-beauce dot net