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Trail-Tagebuch SeptemberMittwoch, 05.09.2007, Übungstrails auf dem Hundeplatz Unser Hundeführer Thorsten hat sich bereit erklärt, für Aias als Spurleger zu gehen. Da der Mittwoch kein normaler Übungstag wie Samstags ist, sind nicht alle Hundeführer anwesend und so konnten wir nur abgesprochene Trails legen, d.h. ich wusste, wie und wohin Thorsten gehen würde. Aber da Aias immer wieder Motivationstrails braucht, war das nicht weiter schlimm. Thorsten begann den Trail auf dem Parkplatz vor unserem Übungsgelände mit Anhetzen. Er lief die Zufahrt runter, bog nach rechts über die Holzbrücke in den Stadtpark ab und setzte sich links ins nächste Gebüsch. Aias hatte heute super viel Motivation und Kerosin getankt, daher lief er wie der Teufel. Ich hatte etwas Mühe, ihn auszubremsen, da er bei hoher Geschwindigkeit dazu neigt, an Abzweigungen vorbei zu laufen. Er stockte diesmal aber nur kurz an der Brücke, fand den Übergang sehr schnell und zerrte mich ins Gebüsch...Thorsten gefunden. Von hieraus ging Thorsten dann weiter in den Stadtpark hinein. Er hielt sich kurz auf dem rechten Schotterweg, überquerte den Rasenstreifen in der Mitte, kreuzte den linken Schotterweg und lief in einen Abzweig, der durch einen Streifen mit Baumbestand führte. Dort versteckte er sich im Unterholz. Aias sollte an der Holzbrücke warten, sodass er nur sehen konnte, dass Thorsten rechts abbog, den weiteren Weg aber nicht verfolgen konnte. Er bekam seine Dose mit Wurst kurz gezeigt, dann lief Thorsten los. Aias jaulte, heulte und bellte vor Spannung und Aufregung. Wenn die Leute im Park hierbei schon seltsam geschaut haben sollten, dann spätestens noch seltsamer, als Aias starten durfte. Ich schaffte es noch, Aias vor dem Geruchsartikel abzusetzen und ihm ohne Mucken vorzuhalten, damit der die Nase reinsteckte. 10 Sekunden später wünschte ich mir Spikes an den Füßen und einen Anker in der Tasche...Aias raste im Galopp los...und zwar permanent. Ungefähr so, wie oben auf den letzten drei Bildern. aias rannte und rannte...mir wurde schon ganz anders, denn irgendwo musste doch verdammt nochmal der Abzweig kommen, an dem er in diesem Tempo garantiert vorbei rannte. Unbeirrt rannte er auf dem rechten Weg, bevor er nach etwa 300 m im rechten Winkel nach links abbog und mich über den Rasenstreifen zog, in dem ich knöcheltief einsank. Mehr schliddernd als laufend hechelte ich hinter Aias her, betete nach heilen Knochen, während er den linken Weg überquerte und ungebremst ins Unterholz schoss. Direkt vor mir etwa 30 m entfernt sah ich Thorsten an einem Baum sitzend, bevor ich die Leine loslassen musste, um nicht den nächsten Baum zu knutschen. Thorsten war völlig verwundert, weil vom Trail her Aias von hinten hätte kommen müssen. Er konnte uns die ganze Zeit sehen und berichtete, Aias wäre über den Abzweig weit hinaus gelaufen und hätte den linken Fußweg gar nicht abgesucht. Nach Prüfen der Windrichtung war uns dann aber klar, dass der Wind stetig quer wehte und kaum von den Bäumen aufgehalten wurde, sodass er sich an den Büschen rechts am Weg fing. So hielt Aias sich so lange auf der rechten Seite, bis er den Quergeruch von Thorstens Standort stark in die Nase bekam und unvermittelt abbog. Er ist dem Trail zwar nicht exakt gefolgt, aber dem Geruch, der ganz woanders hingeweht worden war. Der dritte und letzte Trail für diesen Tag sollte nun etwas länger und schwieriger werden. Wir baten per Handy darum, dass das hintere Tor zu unserem Übungsgelände wieder geöffnet wurde, sodass Thorsten dort wieder zurück laufen konnte. Der Trail begann auf dem Weg, den Aias vorher ignoriert hatte. Thorsten folgte dem Weg, der einen Bogen nach rechts machte, der auf dem Hauptweg traf, von dort aber auch einen leichten Bogen nach links hatte. Thorsten hielt sich links und bog am Ende wiederum nach rechts auf einen großen Querweg ab, der etwa 20 m weiter den Hauptweg kreuzte. Dieser Querweg führte geradeaus direkt auf die Rückseite unseres Übungsgeländes und somit auch auf das hintere Tor zu. Thorsten ging durch das Tor, lehnte es an und stellte sich am Parkplatz zu zwei anderen Hundeführern, die dort auf die Flächensuche warteten. Da der Weg nun etwas länger war, mussten wir eine Weile warten. Aias war wieder wie unter Strom, obwohl wir auf das Anhetzen verzichtet haben. Ich liess ihn starten und wieder rannte er wie der Teufel. Spaziergänger mussten sonst was gedacht haben....ob welche da waren, weiß ich nicht, da ich mich auf meinen Hund konzentieren musste. Aias folgte dem gebogenem Weg völlig korrekt und ohne zögern. An der Kreuzung zum großen Querweg brauchte er nicht lange, um die richtige Richtung zu finden. Die große Kreuzung mit dem Hauptweg meisterte er ohne Probleme, um dann vor das Tor zu kommen. Dort lief er vorbei! Ich war völlig verwundert, weil Aias am Tor nicht sehr lange stehen blieb oder großartig langsamer wurde. Er lief geradeaus weiter. Links von uns kam eine große Wiese und erst dort wurde Aias langsamer. Da fiel es mir ein. Etwa eine halbe Stunde vorher hatte dort ein Hundeführer mit seiner Hündin Grundliniensuche geübt und Thorsten war eines der zwei Opfer. Ausserdem wehte der Wind ja noch immer aus meinem Rücken, sein Suchverhalten war also nicht falsch oder luschig. Aias orientierte sich zurück und ich brachte ihn in die Nähe des Tores zurück, nun suchte er die Stelle davor gründlich ab und versuchte hinein zu kommen. In letzter Zeit haben wir aber keine Hindernisse geübt und so brauchte er ein Weilchen, bis ihm wieder einfiel, wie man durch Hindernisse durchkommt. Er berührte das Tor mit der pfote und bellte kurz. Ich öffnete ihm das Tor und er arbeitete weiter. Auf dem Parkplatz konnte ich Thorsten bei unserem Ausbildungsleiter, einem anderen Hundeführer und dessen beiden Bernersennen Hunden stehen sehen. der Abstand untereinander war etwa 3 -4 m. Aias sah sie aber nicht, er arbeitete weiterhin nur mit der Nase und steuerte zielstrebig auf die Gruppe zu. Der Berner-Welpe kam sofort angelaufen und wollte mit Aias spielen, der aber kümmerte sich gar nicht um ihn und checkte die Leute ab. Obwohl Thorsten ganz anders gekleidet war und recht auffällig sein musste, war er der Letzte, den Aias kontollierte. Als er bei ihm war, zeigte er ihn völlig korrekt an. Ich war so stolz, dass er diese Schwierigkeit gemeistert hat, obwohl so große Ablenkung dabei war. Da hatte er sich sein Leckerchen und seine Streicheleinheiten verdient. Und den Feierabend auch. |
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© 2007 by Manuela Schmidt mailto: manuela at berger-de-beauce dot net |