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Trail-Tagebuch AprilSamstag, 07.04.07
Trainingstrail von Ostersamstag auf dem Hundeplatz Samstag war ich erst ab Mittag auf dem Hundeplatz. Eigentlich wäre ich gar nicht dort gewesen, weil ich hätte arbeiten müssen. Aber manchmal hat der liebe Gott auch mit mir ein Einsehen und hatte Mitleid mit mir. So brauchte ich nicht hin. Dafür musste ich noch ins überfüllte Ostereinkaufstreiben. Zuerst haben wir einige kurze Versuche gestartet, Aias eine Person aus mehreren identifizieren zu lassen. Dafür wählte ich 4 Leute in möglichst unauffälliger bzw. ähnlicher Kleidung aus. Cassya als Lieblingsopfer und Dirk als Ausbilder in Rot durften nur zuschauen. Da lesen bildet und ich mir ein paar Bücher angeschafft habe, habe ich den Abstand zu den Personen und auch zwischen den Personen deutlich vergrößert. Da bei Aias bei bekannten Personen noch immer nach Sympathie entscheidet und nicht nach Geruch, hat er diese Aufgabe noch nicht richtig verknüpft und so bekommt er, bis er verstanden hat, noch eine Spur zur richtigen Person. Alle Personen starten von einer Stelle und gehen sternförmig auseinander und bleiben in einem Abstand von etwa 10 m voneinander in einer Linie stehen. Für den ersten Versuch stellte sich die Person (dummerweise) direkt auf eine gerade Linie zum Startpunkt. Und dummerweise war es wieder die große Weide, auf der Aias zu gerne Gras frisst. Leider fällt mir für diese Übung auch kein besserer Ort ein, an dem man so viel Platz hat, um die Personen weit genug auseinander stellen zu können. Aias nahm den GA (eine Packung Taschentücher) in der Tüte auf, ohne sie zu zerpflücken... ein Fortschritt...hurra. Er lief los, erst zügig, dann fiel ihm ein, wie lecker das Gras schmeckt. Im Schneckentempo bewegte Aias sich auf die richtige Person zu....Zufall? Keine Ahnung. Ein zweiter Versuch wurde gestartet. Eine andere Person wurde ausgewählt, die sich dann an die Aussenseite gestellt wurde. GA war diesmal ihr Handy. Die erste Versuchsperson blieb in der Reihe, ging aber auf die komplett andere Seite, damit sich der Geruch nicht mit der neuen Person vermischt. Auf der Wiese war doch etwas mehr Wind, als im Park. Aias startete sehr langsam, immer am grasfressen. Orientierte sich aber eher nach rechts, wenn auch nicht ganz. Ich prüfte den Wind, er drückte leicht nach links. Aias lief also leicht versetzt zur Spur. Auf etwa der Hälte des Weges fiel ihm offensichtlich siedendheiß ein, was er eigentlich sollte und lief plötzlich viel schneller und ging zielstrebig zur richtigen Person. Zum Abschluss des Übungstages bat ich unseren Ausbildungsleiter um einen mir unbekannten Trail. Er sollte einen Weg überqueren, das war mein einziger Wunsch, Rest sollten sich Spurleger und er selber ausdenken. Tanja erklärte sich bereit, den Trail für uns zu gehen und übergab mir ihren Autoschlüssel als GA, ich ihr Aias seine heilige Wurstdose. Aias blieb am Baum zurück und wurde nur kurz mit der Dose angereizt. Ich beschäftigte ihn dann kurz anderweitig, damit er nicht ständig hinterher schaute. Auch ich wollte nicht wissen, wo es lang ging, also drehte ich mich weg. Es dauerte eine ganze Weile, ca. 15 - 20 Minuten, bis der Ausbildungsleiter wieder kam. Aias war gleich ganz aufgeregt, als ich sein Geschirr aufhob und ihn fertig machte. Ich holte die Tüte mit dem Autoschlüssel aus der Tasche, lies Aias aber vorher noch die Umgebung erkunden, schliesslich war Tanja vorher auch schon durch dieses Stück Park gelaufen und würde also auch auf ihre älteren Spuren treffen können. Ebenso auf Spuren des Ausbildungsleiter, der Tanja ein ganzes Stück begleitet hat. Ich sortierte die Leine, setzte Aias ab und hielt ihm die Tüte hin. Er steckte seine Nase ganz tief rein und los gings. Er kreiste ein Stück, dann hatte er den Abgang gefunden. Im Affenzahn zerrte er mich durchs Unterholz, sein Lieblingsopfer eben..., hielt sich manchmal links, manchmal rechts, korrigierte sich aber ständig selber. Wir kamen auf einen Trampelpfad, auf dem es ein Stück weiter ging, immer auf den Joggingweg im Park zu. Aha, dachte ich, der Weg....aber plötzlich bog Aias scharf nach rechts ab, wieder ins Unterholz. Ich war verwirrt, lies ihn aber machen...schliesslich wusste ich nicht, wo es lang geht. Trotzdem warf ich einen vorsichtigen Blick über die Schulter, wo der Ausbildungsleiter lief. Beruhigt sah ich an ihm keine Reaktion, also war es richtig. Nun war ich frei von Gedanken, vertraute... Aias hielt sich direkt auf den Zaun zu, der das Gelände einzäunte, am Zaun angekommen, wandte er sich wieder leicht nach links, umrundete ein paar Bäume und lief am Zaun entlang. Leicht versetzt trafen wir auf den Trampelpfad, der aus dem Gelände herausführte. An der Gabelung lief Aias den linken Weg und es ging auf die kleine Zufahrtsstraße zu. Da ich wusste, dort gab es oft Windverwirbelungen, kramte ich schon in meiner Weste, um die Puderflasche rauszuholen. Da ich mittlerweile gelesen habe, dass man einen Trailer auch mal anhalten können muss, plante ich, Aias an der Strasse zu stoppen. Was ich dann auch sogar musste, da dort grade zwei andere Hundeführer das Gelände mit ihren Autos verliessen. Ohne Probleme liess Aias sich stoppen und auch weiterschicken, als die Autos vorbei waren. Ich prüfte sofort die Windrichtung, er kam recht zügig von rechts. Ich rechnete also damit, dass Aias sich nach links halten würde, was er auch prompt tat. Er lief die Asphaltstrasse entlang, pendelte dabei leicht. Ich sah, dass uns Radfahrer mit freilaufendem Hund entgegen kamen und stoppte Aias erneut. Bisher waren solche Zwischenfälle für Aias eine enorme Ablenkung, aber heute nicht. Ich freute mich, lobte ihn und liess ihn dann weitersuchen. Aias untersuchte einige Garteneingänge, wurde merklich langsamer, schaute sich um. Ich liess ihn selber machen und er drehte um. Auf dem Rückweg bog er dann noch links in einen Gartengang ab, dem er ca. 20 Meter folgte und wieder umdrehte. Wieder auf der Strasse angekommen, arbeitete er sich langsam zur Holzbrücke vor, lief aber wieder an ihr vorbei. Hinter der Brücke standen 3 Autos, die er sorgfältig untersuchte. Plötzlich hob er den Kopf und blieb ruckartig stehen....auf der anderen Seite des Grabens hatte er Tanja entdeckt, die hinter einem Baum hockte. Er musste ihren Geruch durch den Wind aufgenommen haben, der immer noch aus dieser Richtung kam. Ich verfiel ein klein wenig ins Beten, dass Aias nicht auf die Idee kam, über den Graben abzukürzen, dann hätte ich nur noch die Leine loslassen können.Rüberspringen konnte nicht mal Aias, ich schon gar nicht. Ich brachte ihn wieder zur Brücke, auf der Mitte der Brücke fand er ihre Spur wieder und folgte ihr auch wieder, anstatt blindlings loszurennen. Obwohl er nun wissen musste, wo genau Tanja saß, kürzte er nicht ab, sondern folgte der Spur. Nur in direkter Sichtweite rannte er los und ich liess die Leine los. Mit großem Hallo und Lob bekam er seine Fleischwurst. Resümee des Ausbildungsleiters, Aias war die Spur exakt abgelaufen, selbst zwischen zwei Bäumen hindurch und hat die Windverwirbelung gut ausgearbeitet, ohne aufzugeben. Er hätte gut sehen können, dass und wann er die Spur verloren hatte und sie neu ausgearbeitet hat und Richtungen ausgeschlossen hatte. Bei den Autos hinter der Brücke hat er einfach den Geruch mit dem Wind zugetragen bekommen und hätte wahrscheinlich, wenn möglich gewesen wäre, abgekürzt. Trotzdem hat er sich weiterschicken lassen und hat dann noch das Ende der Spur korrekt ausgearbeitet. Tagebuch Juni und Juli |
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